Ausschreibung "Kindergeschichten"


Itze, Witze, Rabenfuß,

rate mal, wer suchen muss! 

Itze, Witze, Ruh,

raus bist du!

 Die Ausschreibung ist beendet.

 

Die Autoren und ihre Geschichten, die in das Buch aufgenommen sind:

 

Achim Kaul  -  "Schneemänner laufen nicht"

Silja Nemetschek  -  "Weihnachtspost vom Kuscheltier"

Timo Mezger   -  "Die Wunschbonbons"

Daniela Pongratz  -   "Lisa will nicht erwachsen werden"

Inge Köhler- Jung  -  "Düso schluckt alles"

Astrid Zelaya  -  "Das Wutheulmonster"

Marvin Czerlinski  -   "Piratenopa"

Vera C. Koin  -  "Löwen sind nicht witzig"

Michelle Clermont  -  "Immer der Nase nach"

Marie von Hardenberg  -  "Das fliegende Lutschbonbon" 

Uwe Lohse  -  "Moritz und der Zauberer"

Paula Marie Körner  -  "Eine Rettungsaktion für Hilde"

Uta Bahlo  -  "Wo ist Schnuffi?"

Michaela Kapsalis  -  "Schokolade für den alten Kauz" 

Camilla Grüner  -  "Milla taucht unter"

Anita Güers  -  "Lieschen und der Zahnpirat"

Christine Büdenbender  -  "Robina"

Brigit Setz  -  "Der Tag nach Montag"

Claudia Gers  -  "Drachenfeuer im Kinderzimmer"

Jochen Stüsser-Simpson  -  "Es brennt"

Liv Louisa Kauffmann  -  "Das Monster aus der Regentonne"

Lara Angermann  -  "Der Regenbogendrache"

Dorothee Reichert  -  "Jan mit der Haifischflosse" 

Lidia Piechulek  -  "Ein kleiner Spaziergang"

 

 

 

 

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Für das Jahr 2020 plant der Sperling-Verlag ein Kinderbuch,  mit lustigen Kindergeschichten.

 

Wir erwarten Texte, die auf humorvolle Weise in die Welt der Kinder eintauchen lassen. Auch Erwachsene sollen sich daran erfreuen können. Manche Kinder möchten am liebsten von Figuren hören, die ihnen ähnlich sind. Andere brauchen Ferien vom eigenen Ich. Kindliche Heldinnen und Helden sollen stark, lustig, witzig oder auch ein bisschen verrückt sein. 

 

 

Zielgruppe: Kinder ab 7 Jahren 

Der Text sollte max. 4 A4-Normseiten umfassen. Kürzere Geschichten werden bevorzugt.
(Zeilenabstand 1,5; Schriftgröße 12, Schriftart: Times New Roman).
Es werden ausschließlich Einsendungen berücksichtigt, die als Word-Datei eingereicht werden.
Schicken Sie bitte ihre Geschichten unter Angabe Ihres Namens und der vollständigen Adresse an die folgende E-Mail-Adresse:

 

sperling.verlag.fantasy@web.de

 

Betreff: Kinderbuch

 

Alle teilnehmenden AutorenInnen erhalten 25% Rabatt für den Eigenbedarf.

 

Einsendeschluss: 30.06.2020

Die teilnehmenden AutorenInnen werden nach erfolgter Auswertung benachrichtigt.

Eingangsbestätigungen Ihrer Texte können Sie über Ihren E-Mail-Account anfordern (Lesebestätigung).

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass keine gesonderte Eingangsbestätigung erfolgt. 

 

Beispiel:

 

Die Hexe

 

Als Katrin am Morgen, kurz bevor sie in den Kindergarten aufbrach, am Schlafzimmer ihrer Eltern vorbei ging, hörte sie ihren Vater schimpfen. „Was?! Was soll das! Diese alte Hexe aus dem Nachbarhaus! Das ist ja unerhört! Pah! Oh, diese Hexe!“

„Aha! Unsere Nachbarin ist eine Hexe?!“, dachte Katrin verblüfft. Sie gruselte sich ein wenig.

Wir wissen natürlich, dass ihr Vater das nicht ernst meinte. Die Nachbarin war keine Hexe, er hatte nur geschimpft, aber Katrin nahm alles wörtlich. Sie glaubte alles, was sie hörte.

Warum?

Katrin war erst drei Jahre alt.

Nach dem Frühstück fuhr der Vater Katrin und ihre ältere Schwester Tina zum Kindergarten. Katrin dachte den ganzen Weg über die Worte des Vaters nach:

„Bei uns wohnt nebenan eine Hexe! WOW! Vielleicht kann die Hexe eine Katze für mich zaubern? Sie hat ja selber drei, dann wird es für sie bestimmt nicht schwer, für mich auch ein Kätzchen zu zaubern! Ach, alle haben ein Haustier. Kevin und Maxi haben einen Hund, Lisa hat einen Hasen im Garten, Lena und Peter haben einen Hamster. Nur wir, Tina und ich, haben kein Haustier! Wir wollten einen Hund, aber unsere Mutter hat gesagt, dass das zu viel Arbeit und Dreck macht. Am liebsten mag ich ja Katzen. Sie sind so putzig! So ein kleines, süßes Kätzchen! Vielleicht kann mir diese Hexe ja helfen und ein kleines Kätzchen für mich  zaubern …“

Katrin hatte Angst vor Hexen, seitdem ihre Mutter ihr „Hänsel und Gretel“ vorgelesen hatte, wo die Hexe Hänsel im Ofen braten wollte. Sie fürchtete sich zwar sehr, doch ihr Wunsch, eine Katze zu haben, war größer als die Angst. Im Kindergarten schmiedete sie einen sehr raffinierten Plan: Sie würde zur Hexe gehen und sie höflich bitten, ein kleines Kätzchen für sie zu zaubern! Das könnte klappen!

Als sie wieder nach Hause kam, aß sie schnell zu Mittag und ging dann sofort hinaus. Katrin nahm ihren ganzen Mut zusammen und ging entschlossen zur Hexe-Nachbarin.

Das Haus der alten Dame hatte einen großen Garten, in dem viele Blumen wuchsen. Aber Gott sei Dank stand im Garten kein Ofen, wo Kinder gebraten werden sollten, wie bei „Hänsel und Gretel“! Sie ging zur Haustür und klingelte. Mit einem gutmütigen Lächeln öffnete die Nachbarin die Tür.

„Katrin! Was willst du, Liebes?“, begrüßte die Dame sie freundlich. Eine weiße Katze äugte zwischen den Beinen der alten Frau hindurch, flitzte die Stufen hinunter und verschwand im Garten.

„Liebe Hexe! Oder soll ich lieber Zauberin sagen?“, begann Katrin unsicher, sie hatte viel zu viel Angst.

„Wie kommst du darauf, dass ich eine Hexe bin? Sehe ich etwa so aus?“, fragte die alte Dame überrascht. Katrin sah die alte Nachbarin genauer an: Sie hatte ein rundes, freundliches Gesicht, ihre Haare waren kurz geschnitten und sie trug eine Brille, die ihr fast von der Nase fiel.

„Nein, nein, Sie sehen nicht wie eine Hexe aus, Sie haben sich gut getarnt!“, beteuerte Katrin schnell und redete weiter: „Aber mein Papa sagte, dass du eine Hexe bist, ich habe das belauscht. Ich weiß, dass man nicht lauschen darf, ich habe zufällig gelauscht. Ich liebe Hexen … Sei mir nicht böse …“

„Aha, dann komm erst mal rein und erzähl mir alles!“, schlug die Nachbarin vor. Sie schüttelte vorwurfsvoll den Kopf und ließ einen Seufzer hören. 

„Hab ich sie etwa verärgert?!“, dachte Katrin ängstlich. Schüchtern folgte sie der alten Dame ins Haus. Die Frau führte Katrin durch einen Gang mit vielen Bildern in ein Wohnzimmer. Das Zimmer war nicht groß, in ihm standen ein Sofa, ein Tisch mit Stühlen und ein kleiner Fernseher.

„Dieses Haus sieht aber nicht aus wie ein Hexenhaus. Bestimmt dürfen die Hexen ihr ganzes Hexenzeug in der Stadt nicht haben!“, überlegte Katrin.

Sie war schrecklich aufgeregt! Die alte Frau sagte: „Setz dich!“ Und Katrin ließ sich auf dem Sofa nieder.

„Also, was willst du, Liebes?“, fragte die alte Frau freundlich.

„Liebe Hexe, könntest du mir vielleicht ein kleines Kätzchen zaubern?“, fragte Katrin kleinlaut. Die alte Frau unterdrückte ein Lachen, stand auf und befahl: „Warte kurz!“

Sie verschwand im Nebenzimmer. Katrin hielt den Atem an und hörte, wie die Hexe laut sagte: „Hex, Hex!“

Dann kam sie mit einem grau-schwarz gestreiften Kätzchen wieder und reichte es Katrin.

Das war aber schnell gegangen!

„Und, liebe Hexe, kannst du machen, dass meine Eltern mir erlauben,  die Katze zu behalten?“, bat Katrin. Die alte Dame überlegte kurz und sagte schließlich mit einem Lächeln:

„Nichts leichter als das! Sag deinen Eltern: Wenn sie dir nicht erlauben, das Kätzchen zu behalten, wird die alte Hexe-Nachbarin sie in Frösche verwandeln!“

„Danke, du bist eine tolle Hexe!“, rief Katrin glücklich und drückte das kleine Kätzchen an sich.

Als sie draußen waren, verabschiedete sich die Frau von Katrin: „Komm morgen vorbei, ich werde einen Apfelkuchen zaubern!“

„Gut!“, rief Katrin und rannte schnell nach Hause.

 

Als sie zuhause durch die Tür trat, sah Katrins Mutter sofort, was ihre Tochter da auf dem Arm hatte. Sie fragte: „Katrin, woher hast du denn dieses Kätzchen?“

„Das hat mir die Hexe-Nachbarin gegeben“.

Katrin sah ihre Eltern streng an und sprach weiter: „Und sie hat gesagt, wenn ihr mir nicht erlaubt, sie zu behalten, verwandelt sie euch in Frösche!“

Katrins Vater wurde sofort rot wie eine Tomate. Katrins Mutter verpasste ihm einen kurzen, vorwurfsvollen Seitenblick.

„Du darfst die Katze behalten“, seufzte sie, dann wandte sie sich an Katrins Vater: „Und du kommst mal mit mir. Ich muss mal ein Hühnchen mit dir rupfen!“ Sofort verschwanden Katrins Eltern in ihrem Schlafzimmer.

„Wir dürfen es behalten! Wir dürfen es behalten!“, schrie Katrin und rannte mit dem Kätzchen ins Zimmer ihrer Schwester Tina. Als Tina die Katze sah, brach sie in Jubelgeschrei aus und fragte: „Wie hast du das geschafft?!“

„Es ist sehr praktisch, eine Hexe als Nachbarin zu haben!“, flüsterte Katrin mit geheimnisvoller Stimme, und erzählte Tina alles, was ihr passiert war.